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Teil 4: Rund um Killarney

  • Fiona
  • 3. Aug. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Killarney ist eine der touristischsten Städte in Irland, durch die Lage am Ring of Kerry ist es ein beliebtes Reiseziel. Auch wir haben uns diesen berühmten Weg, rund um die Iveragh-Halbinsel, vorgenommen. Ganze 38,9 km haben wir geschafft, von 179... [11]


Torc Wasserfall
Der Torc Waterfall

Da wir unsere Runde direkt mit dem Killarney National Park starteten, konnten wir uns an den Bergpanoramen kaum satt sehen. Nicht weiter verwunderlich, da sich im Killarney National Park irlands höchste Bergkette befindet. [3,6,10]


Unser erster Stop war am Fuß des Torc, der sich, zu unserem Glück, nicht zu dieser höchsten Bergkette zählen darf. So konnten wir problemlos, dem Flusslauf folgend, ein ganzes Stück den Berg hinaufgehen. Auf diesem Berg tötete, der Legende nach, Fionn MacCumhaill ein verzaubertes Wildschwein. Weswegen der Berg dann einfach "Wildschwein" also Torc, genannt wurde.



ein kleiner Wasserfall imVerlauf des Owengarriff Rivers
Der Owengarriff River



Der Owengarriff River bildet hier zum einem den 20m hohen Torc Waterfall, als auch noch mehrere

kleinere Wasserfälle im Verlauf. [9]


Am Ende fließt er in den Muckross Lake, auch Middle Lake genannt. Er ist, wie der Name schon sagt, der mittlere von drei Seen, die südlich von Killarney liegen und sich im "Meeting of the waters" treffen. Neben dem Middle Lake, gibt es noch den Lower Lake (Lough Laen), den größten der drei und den Upper Lake, den kleinsten. [8,10]






Von unserem nächsten Halt haben wir, komischerweise, nur ein einziges Foto. Scheinbar fanden wir die Aussicht nicht so beeindruckend wie die Hofdamen von Queen Victoria, nach denen der Ort "Ladies View" genannt wurde. [2]


Der Blick vom Ladies View auf den Upper Lake und die umliegenden Berge
Ladies View mit Blick auf den Upper Lake

Als letzten Stop unserer "Ring" of Kerry Tour landeten wir in Helen's Secret Bay. Eine kleine und unbekannte Bucht auf der Südseite der Halbinsel mit Blick auf die nächste, die Beara-Halbinsel. Da es schon recht spät war, beschlossen wir auf die restlichen 140 km des Rings zu verzichten und den gleichen Weg wieder zurück zu fahren.




Am nächsten Tag - wenn man von Tag sprechen kann - begaben wir uns auf das vermutlich größte Abenteuer der Reise. Unser erklärtes Ziel: Der Mangerton, ein 839m hoher Berg im Killarney National Park. Aber eine kleine Bergwanderung macht noch kein Abenteuer, daher beschlossen wir so hochzugehen, dass wir zum Sonnenaufgang am Gipfel sind. [4]


Um dieses Ziel zu erreichen klingelte unser Wecker um 2:15 Uhr... Nach einem schnellen Kaffee fuhren wir die wenigen Meter zum Parkplatz, schulterten die vorbereiteten Rucksäcke und begannen um 3:20 Uhr, im stockdunkeln, unseren Aufstieg.


Fiona und Cody wandern im dunkeln, der Weg wird nur durch eine Lampe beschienen

Der Weg war, für irische Verhältnisse, recht gut zu erkennen. Im dunkeln bogen wir jedoch das eine oder andere Mal versehentlich auf Schaf-Trampelpfade ab und mussten dann den eigentlichen Weg wiederfinden. Auch die Flüsse und Bäche hielten sich nicht wirklich an ihre Läufe sondern bevorzugten teilweise den gut ausgetretenen Wanderweg, weswegen dieser oft sehr schlammig und, nun ja, einfach voller Wasser war.


Die erste halbe Stunde war die Stirnlampe unsere einzige Lichtquelle, dann begann es langsam zu dämmern und nach gut einer Stunde konnten wir ohne künstliches Licht weiter laufen.



Fiona und Cody wandern den Berg hinauf, der Himmel wird langsam heller in der Morgendämmerung

Während wir mehrfach dachten, wir hätten den Gipfel so gut wie erreicht, stieg die Sonne unaufhaltsam höher.



Nachdem wir mit den Schafen gemeinsam das morgendliche Leuchten betrachteten (und einen Blick auf die Karte warfen) mussten wir uns eingestehen, dass wir es niemals pünktlich zum Gipfel schaffen würden.

Als gegen 5:30 Uhr die Sonne aufging hatten wir ca. 3/4 der Strecke geschafft.


Die Sonne geht hinter den Wolken auf, der gesamte Himmel leuchtet rot-orange. Im Vordergrund ist die Silhouette eines Berghanges zu sehen
Sonnenaufgang am Mangerton

Kurz nach Sonnenaufgang erreichten wir die Devil's Punchbowl, einen See, der zwischen den Gipfeln des Mangerton liegt und ihm damit ein wenig das Aussehen eines Vulkans verleiht.



Beim umrunden des Sees fanden wir unser nächstes Urlaubsdomizil. Vielleicht benötigt es ein paar kleine Reparaturen, aber die Lage ist super. Und mit dem Gipfel in Sichtweite bestritten wir den letzten Anstieg.


Nach drei Stunden Aufstieg und eine Stunde nach Sonnenaufgang erreichten wir gegen 6:30 Uhr das Gipfelplateau des Mangerton. Auch wenn wir es nicht pünktlich geschafft hatten, gab es nun, stolz und wohlverdient, Frühstück bei unglaublicher Aussicht.




Natürlich ranken sich um solch einen See, der mitten im Berg liegt, auch einige Legenden. Die erste begegnete uns noch am selben Abend, auf einer Bierflasche. Laut Bierflasche entstand der See in einem Kampf zwischen Thor und dem Teufel, während Thor Blitze auf den Teufel und damit auf die Erde schleuterte, riss der Teufel Stücke aus der Erde und bewarf damit seinen Gegner. Das dabei entstandene Loch füllte sich mit Wasser und wurde zur Devil's Punchbowl. [1]

Eine sehr ähnliche Legende besagt, dass der Teufel sich oben auf dem Berg mit einem Clanchef zum Essen getroffen habe, die beiden gerieten in einen Streit, der Clanchef schlug dem Teufel ins Gesicht und floh den Berg hinab. Der Teufel biss ein Stück aus dem Berg und warf damit nach dem Fliehenden. Er traf nicht, der Felsbrocken landete stattdessen im Muckross See und bildet heute eine Insel, die Devil's Island heißt. [7]

Es wäre kein richtiger Legenden-See wenn nicht mindestens ein Monster darin wohnt, daher möchte ich euch noch von einer dritten Legende berichten (meine liebste von den dreien), nach der der hochheilige St. Patrick, der Irland eigenhändig von den Schlangen befreite, eine Schlage in diesem See zurückließ und sie anwies bis zum "Lá na Luain" zu warten. Jetzt kommt der Punkt: denn Lá na Luain, kann man aus dem irischen ins englische mit "judgementday"übersetzten, als Tag des Urteils / jüngstest Gericht und so. Es bedeutet allerdings auch: Montag.

Bis heute soll man gelegentlich den Wind fragen hören: "Is it monday yet?". [5]


Fiona sitzt auf dem Boden, Cody Kopf guckt hinter ihrem Bein hervor. Im Hintergrund ist die Devil's Punchbowl und der Ausblick auf den Muckross Lake zu sehen. Die Aussicht verschwindet hinter einer heranziehenden Wolke.

Fiona sitz auf dem Boden, Cody liegt vor ihr. Sie sehen sich an. Die Aussicht ist kaum noch erkennbar, da sie von Wolken verdeckt wird.

So viel zu den lokalen Legenden. Wieder zurück zum Wanderweg:


Nach dem Gipfel-Frühstück zogen dann recht schnell Wolken auf, was bedeutete: Wir saßen mitten in der Wolke.

Somit wurde die Aussicht nach einer Weile etwas eintönig und wir beendeten unsere Pause etwas früher als geplant.


Auf dem Weg nach unten wurde uns erst bewusst, wie gut sichtbar der Weg eigentlich war und wieviele Umwege wir auf Grund der Dunkelheit gemacht haben. Kein wunder, dass wir etwas spät dran waren.




Kaum hatten wir uns wieder auf den Weg gemacht, blitzte die Sonne durch die Wolendecke und wenige Minuten später war wieder wunderschönstes Wetter. Nun ja, so hatten wir zumindest einen sehr gemütlichen Abstieg und gönnten uns auch noch mal eine Fotopause.



Kurz nach 10:00 Uhr und fast 7 Stunden nach unserem Aufbruch hatten wir es geschafft. Wir waren wieder bei Rüdiger angekommen, unser Reise-Heim erwartete uns geduldig und gemütlich wie eh und je.

Auch wenn wir nach der Wanderung noch den ganzen Tag vor uns hatten, gibt es nicht mehr wirklich etwas zu berichten. Wir nutzten den Tag und die Nähe zu einer Stadt um ein paar Haushalts-Aufgaben zu erledigen und holten etwas Schlaf nach.


Am nächsten Tag kehrten wir Killarney und dem beeindruckenden Nationalpark den Rücken und machten uns wieder auf den Weg. Noch immer ging es weiter Richtung Süden.

Fortsetzung folgt.


Quellen:

[1] Courtneysbar, Killarney Helles Lager; https://courtneysbar.com/beers/; Zugriff: 30.07.25, 10:36 Uhr

[2] DiscoverKerry, Ladies View; https://www.discoverkerry.com/listing/ladies-view/69868101/; Zugriff: 30.07.25 10:49 Uhr

[3] Fáilte Ireland – DiscoverIreland, Killarny National Park; https://www.discoverireland.ie/kerry/killarney-national-park; Zugriff: 26.07.25, 10:19 Uhr

[4] Killarney – Experience more, Things To Do & See; https://killarney.ie/things-to-do/#heritage; Zugriff: 26.04.25, 10:37 Uhr

[5] StoriesFromTheWaterside, Maryrose Bogan Where the Devil dinks; the lake with a snake and other stories; https://storiesfromthewaterside.ie/stories/where-the-devil-drinks-the-lake-with-a-snake-and-other-stories/; Zugriff: 30.07.25, 10:28 Uhr

[6] The Ring of Kerry, Killarney National Park; https://theringofkerry.com/killarney-national-park; Zugriff: 26.07.25, 10:25 Uhr

[7] The Irish Times, Tony Doherty Take a hearty sup from the Devil’s Punchbowl (2008); https://www.irishtimes.com/life-and-style/travel/take-a-hearty-sup-from-the-devil-s-punchbowl-1.920539; Zugriff: 26.07.25, 11:08 Uhr

[8] The Ring of Kerry, Meeting of the waters; https://theringofkerry.com/meeting-of-the-waters; Zugriff: 26.07.25, 10:29 Uhr

[9] Tourism Irland, Torc Waterfall, https://www.ireland.com/de-de/things-to-do/attractions/torc-waterfall/; Zugriff: 30.07.25, 10:59 Uhr

[10] Wikipedia – die freie Enzyklopädie, Killarney; https://de.wikipedia.org/wiki/Killarney; Zugriff: 26.07.25, 10:11 Uhr

[11] Wikipedia – die freie Enzyklopädie,Ring of Kerry;https://en.wikipedia.org/wiki/Ring_of_Kerry; Zugriff: 30.07.25, 10:44 Uhr


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