Teil 2: Nordirland und der Norden Irlands
- Fiona
- 13. Juli 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Aug. 2025
Unsere Reise startet in Nordirland, genauer gesagt in Belfast. Hier sind wir mit der Fähre aus Cairnryan angelandet.
Nachdem wir die letzten 4 Tage mehr im Auto gesessen haben als alles andere, zog es uns erst einmal an einen ruhigen Ort zum Ankommen und Entspannen.
Wir fanden einen netten Platz an einem See, natürlich nahmen wir uns auch etwas Zeit die Gegend zu erkunden und machten die ersten Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit der irischen Wanderwege in Online-Karten. Nachdem wir auf dem Hinweg über gute Wege und Forststraßen zu einem Aussichtspunkt gegangen sind, endete der Weg, den wir zurück nahmen, mitten auf einer Schafweide. Und so suchten wir uns das erste Mal einen Weg querfeldein durch sehr nasse und schlammige Wiesen.
Nach zwei Tagen Dauerregen fühlten wir uns den irischen Gegebenheiten gewachsen und begaben uns auf den Weg an die Nordspitze der Insel. Unser erster Touri-Stop führte uns zum Giants Causeway, von dem wir jedoch nicht einmal den Parkplatz zu sehen bekamen, da wir nicht vorher gebucht hatten. Statt wie empfohlen, zurück in den nächsten Ort zu fahren und von dort aus einen Shuttlebus zu nehmen, folgten wir der Küstenstraße, bis wir ein paar Kilometer weiter eine kleine Parkbucht fanden. Von dort aus liefen wir immer an der Steilküste entlang Richtung Giants Causeway. Natürlich begann es nach 20 min dermaßen zu schütten, dass wir dann doch nicht die ganzen 7,5 km gelaufen sind, sondern uns nach einer knappen Stunde triefend auf den Rückweg gemacht haben. Trotzdem hat uns die irische Steilküste direkt beeindruckt, auch ohne berühmte Riesen-Steine.
Mehr oder weniger der Küstenlinie folgend fuhren wir dann nach Irland. Außer dass die Verkehrsschilder wieder in km/h statt mph (Meilen pro Stunde) angegeben waren, änderte sich erst einmal wenig. Da wir nun seit über einer Woche autark unterwegs waren, gönnten wir uns eine Nacht an der Mullroy Bay auf einem sehr schönen und kleinen Campingplatz mit toller Aussicht und sehr herzlichen und offenen Menschen.
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zum Castle Doe, die in den 1420ern errichtete Burg in der Sheephaven Bay war lange Zeit der Familiensitz des MacSweeney Clans, der aus Schottland nach Irland kam. Im Laufe der Jahre hat die Burg einiges gesehen und erlebt, zum Beispiel Überlebende der spanischen Amada und Angriffe während der Zeit der Kämpfe zwischen Engländern und Iren im 17. Jahrhundert. Aus diesem Grund war der Fluchttunnel ein unerlässlicher Bestandteil der Burg und ist bis heute gut sichtbar erhalten. [2,5,9]
Nach dem kulturell-geschichtlichen Eindruck wollten wir nun wieder zurück in die Natur. Nach der Erfahrung mit dem ersten Wanderweg hatten wir uns diesmal für einen offiziellen Forest Park - einer Art Nationalpark - entschieden.
Hier haben wir gleich mehrere Dinge gelernt: Es ist immer gut einen Ersatz-Akku dabei zu haben, ohne Akku sehen Landschaftsbilder nämlich ziemlich langweilig aus. Und: Wer versucht sich auf den Rücken zu legen um eine gute Perspektive für ein Foto zu bekommen, hat sich direkt eine Gesichtsreinigungskur von Cody verdient.
Neben überraschend hellen Sandstränden und beeindruckenden Klippen fanden wir im Ards Forest Park auch unseren "ersten" Rhododendron. Selbst wenn wir nicht vor unserer Reise von einem Freund darauf aufmerksam gemacht worden wären, dass der Rhododendron in Irland zur Plage geworden ist, hier hätten wir es von allein bemerkt.
Riesige Sträucher, oder besser gesagt Bäume (bis 5 m hoch!) von Rhododendron, die andere Bäume verdrängten und scheinbar ungehindert wuchern. Das National Biodiversity Data Centre schreibt dazu:
"Yes it’s beautiful. Yes it’s a tourist attraction in places. Yes it was brought in by humans. Yes it severely impacts on many of our woodland and bog areas & yes it is too late to eradicate or even contain it from most places in Ireland. Rhododendron ponticum slowly kills our woodlands."
(National Biodiversity Data Centre; https://biodiversityireland.ie/woodsandbogs/; Zugriff: 11.06.2025 22:53Uhr)
Die im 19 Jahrhundert als Gartenzier ins Land gebrachte Pflanze hat sich seit dem invasiv auf der gesamten Insel ausgebreitet. Während unserer Reise haben wir keinen Wald gefunden, in dem kein Rhododendron stand. Durch sein schnelles Wachstum und die schnelle Verbreitung ist er aus Irlands Landschaft nicht mehr zu vertreiben, da er giftig ist und somit auch von der Tierwelt (also den Schafen) gemieden wird, verbreitet er sich ungehindert. Durch sein großes und beeindruckendes Blattwerk verhindert er, dass Licht bis an den Boden und damit an kleine Pflanzen vordringt, sodass andere Setzlinge keine Chance gegen ihn haben. Besonders in den letzten Jahren ist die Verbreitung immens geworden, vor einigen Jahren hat der Rhododendron es auch bis in die Politik geschafft. Die Frage, ob die Nationalparks genug gegen den Eindringling tun, wurde bis in die EU und zur Unesco getragen. Zudem ist die Diskussion, ob aus dieser Plage auch noch eine Tourismus-Attraktion gemacht werden sollte, gerade brandaktuell. [1,3,6,7]
Für uns waren die unzähligen und wirklich übermäßigen Rhododendron-Sträucher erschreckend und hinterlassen bei uns die Angst, dass Irland in Zukunft aus anderen Gründen den Beinamen "grüne Insel" bekommen könnte.
Nach einer Fahrt in beeindruckenden Tälern und am Fuße des Errigal entlang, dem höchsten Berg in der Region, hielten wir zum Tagesabschluss noch an der Dunlewey Church. Die Kirche wurde aus weißem Marmor und blauem Quarzit gebaut und wurde 1853 eingeweiht. Jane Smith Russel ließ sie damals als Ruhestätte für ihren verstorbenen Mann bauen.
1955 wurde aus Sicherheitsgründen das Dach entfernt und seither kann man sich in der Kirche dem Himmel sehr nahe fühlen. [4,8]
Nach diesen ersten eindrucksreichen Tagen im Norden ging es für uns dann weiter in südlicher Richtung. Als nächstes steht Galway und der nördliche Westen auf dem Programm.
Fortsetzung folgt.
Quellen:
[1] Biodiversity Data Center - Taxonomy; https://species.biodiversityireland.ie/profile.php?taxonId=29245&taxonDesignationGroupId=25; Zugriff: 11.07.25 23:45 Uhr
[2] Fáilte Ireland - Discover Ireland, Doe Castle; https://www.discoverireland.ie/donegal/doe-castle; Zugriff: 12.07.25, 22:41 Uhr
[3] Global Biodiversity Informational Facility; https://www.gbif.org/species/7327990; Zugriff: 11.07.25, 23:46 Uhr
[4] IrishCentral., J. J. McGinley The Donegal Taj Mahal - The Old Church of Dunlewey; https://www.irishcentral.com/roots/history/old-church-dunlewey; Zugriff: 12.07.25, 23:20 Uhr
[5] Oidheracht Éirann - Heritage Ireland, Doe Castle; https://heritageireland.ie/places-to-visit/doe-castle/ ; Zugriff: 12.07.25, 16:03 Uhr
[6] The Irish Times, P. Woodworth Rhododendron: An ecological disaster in Killarney National Park (2019); https://www.irishtimes.com/news/environment/rhododendron-an-ecological-disaster-in-killarney-national-park-1.3894358; Zugriff: 11.07.25, 23:43 Uhr
[7] The Journal, M. Delaney A love-hate relationship: Ireland’s rhododendron problem (2025); https://www.thejournal.ie/investigates-rhododendron-love-hate-relationship-6595219-Jan2025/; Zugriff: 11.07.25, 23:57 Uhr
[8] welovedonegal, The old Church Dunlewey; https://www.welovedonegal.com/old-church-dunlewey-poisoned-glen.html; Zugriff: 12.07.25, 23:20 Uhr
[9] Wikipedia die freie Enzyklopädie, Doe Castle; https://de.wikipedia.org/wiki/Doe_Castle; Zugriff: 12.07.25, 22:41 Uhr






















































Einfach nur WOW- diese Fotos!