top of page
LOGO.png

Teil 1: Durch Deutschland bis in den Schwarzwald

  • Fiona
  • 19. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Wer hätte es gedach? Auf Landstraßen braucht man doch deutlich länger als auf der Autobahn...

Aus mehreren Gründen (Entschleunigung, angenehmeres Fahren und nicht zuletzt die Spritpreise) haben wir uns entschieden ein kleines "Experiment" zu wagen und haben uns vorgenommen nur auf Landstraßen in den Urlaub zu fahren.

Das klingt so weit erst einmal ziemlich romantisch, es gibt deutlich mehr zu Sehen und durch das reduzierte Tempo hat man auch das Gefühl es mitzubekommen.

Ich möchte das Fazit hier gleich vorweg nehmen: Ja, es ist wirklich angenehm, wir haben den einen oder anderen Fleck von Deutschland gesehen, den wir bisher nicht kannten. Auch das Fahren an sich ist ruhiger, selbst in einem so offenen Camper wie unserem, konnten wir uns während der Fahrt gut unterhalten, ohne am Abend Halsschmerzen zu haben. Ein weiterer Pluspunkt war, dass wir wirklich ziemlich schnell in Urlaubsstimmung gekommen sind, haben hier und da mal angehalten und schon einige Wanderungen unternommen und die Pausen sind deutlich ruhiger und hundefreundlicher als auf den Autobahnraststätten.

Nun ehrlichweise sind wir aber auch deutlich langsamer voran gekommen, als wir erwartet haben. Im Schwarzwald, unserem ersten erklärten Reiseziel, angekommen, stellten wir fest, dass wir schon seit 5 Tagen unterwegs sind.

Zugegebenermaßen waren die Orte, die wir bis dahin schon gesehen hatten, jedoch die "Verzögerung" wert.


Die ersten Tage waren, natürlich, vom Autofahren geprägt. Doch wir unternahmen auch schon längere Spaziergänge und kleinere Wanderungen um uns einzustimmen und den Umgang mit der langen Leine wieder zu üben.




Schnell hatten wir jedoch auch von den Landstraßen die Nasen voll und die Pausen und Wanderungen wurden ausgedehter. So entdeckten wir zum Beispiel die Burgruine Wildenberg. Durch Zufall sind wir hier auf eine ziemlich beeindruckende und im Mittelalter wohl zeitweise auch bedeutende Burg gestoßen.


Die Burg Wildenberg wurde im 12 Jhd. von den Herren von Dürn erbaut, die zu dieser Zeit eine wohl recht enge Beziehung zu den aktuellen Kaisern der Zeit hegten. Wie das mit den Beziehungen so ist, kann es dann auch recht schnell wieder Bergab gehen, sodass der gute Stand der von Dürn sich mutmaßlich auf einen Zeitraum von ca. 100 Jahren beläuft, 1171 bis 1271. Im selben Jahr wurde dann auch die Burg Wildenberg an den Mainzer Erzbischof verkauft.

Zugegebenermaßen klingt das alles etwas trocken, denn auch hier ist es wie im Geschichtsunterricht: Auf dem Papier macht das alles nicht viel her.

Wirklich beeindruckend fanden wir, wie gut die Ruine erhalten war, dank der wirklich sehr guten Infotafeln konnten wir den gesamten Grundriss der Burg nachvollziehen und uns beim durch laufen genau vorstellen, in welchem Bereich wir uns gerade befinden. [1,2]


Grundriss der Burg Wildenberg
Grundriss der Burg Wildenberg [1]

Es fing im Süd-Westen mit der Schildmauer und den nicht zu übersehenden Bergfried an, zwischen dem Bergfried und dem Eingangsbereich, der im gleichen Gebäude, eine Etage drüber, auch als Kapelle diente, langen die Wohnbereiche. [1]



Über den Hof ging es dann erst einmal durch die, im 15 Jhd. durch einen späteren Erzbischof, nachträglich eingezogene Trennmauer, hin zum großen Palas, der große Saal in dem sich vermutlich alle trafen für offizielle Anlässe. Nicht zu übersehen ist hier der wirklich riesige Kamin, in dem man mehrere Osterfeuer nebeneinander anzünden könnte. Direkt neben dem Kamin befanden sich mehrere Fenster mit Sitznischen, wobei ich mich frage ob die direkt neben dem Feuer wirklich so beliebt waren. [1,2]




Unter dem Palas befindet sich ein Keller, der heutzutage natürlich nicht mehr zugänglich ist, vor einigen Jahren jedoch noch ein Stück weit begehbar war und, wie uns ein anderer Besucher erzählte, bei der Jugend für spekulationen sorgte ob es nicht einen geheimen Tunnel gäbe, der direkt bis zum Stadtor von Amorbach führt. Leider lag Amorbach für uns genau in der falschen Richtung, sonst hätten wir natürlich gleich nachgesehen.


Kellereingang unterm Palas

Auch später dazu gekommen ist noch eine kleine extra Mauer um die Burg herum, von denen noch hier und da Reste zu sehen waren. Und durch die wir uns wieder von der Burg Wildenberg verabschiedeten.




Die Zeitreise ging direkt weiter, denn noch am gleichen Tag erkundeten wir Mosbach. Die vermutlichen Anfänge der Stadt reichen sogar noch weiter zurück als die der Burg. Erstmalig wurde es 825 / 826 als Standort eines Klosters erwähnt, die erste Erwähnung einer Ortschaft geht auf das Jahr 1241 zurück.

Die sehr sehenswerte Fachwerk-Altstadt entwicklete sich im 16. und 17. Jhd. durch eine Ballung von vielen Handwerkern, die der Stadt zu Wohlstand verhalfen. Wir waren natürlich beeindruckt von der Fülle an Fachwerk, als wir durch die Straßen schlenderten. Nahe dem Marktplatz entdeckten wir dann eine Schlossgasse und wurden stutzig. Ein kurzer Blick auf die Karte verriert uns, dass es tatsächlich ein Schloss geben sollte, also ging es los: Treppauf, an einer Mauer entlang, in kleine Gassen hinein, noch mehr Treppen, noch mehr Mauern, eine Kirche und ein schöner Blick auf Mosbach, dann wieder Mauer, Treppe runter und wieder Mauer, dann standen wir wieder da, wo wir die Suche begonnen hatten. Erfolglos. Das Schloss Mosbach blieb für uns ein gute gehütetes Geheimnis. [3]



Am fünften Tage nun, erreichten sie den Schwarzwald.

Fast eine Woche nach dem wir uns auf den Weg gemacht haben, waren wir also angekommen.

Warum der Schwarzwald, wenn wir doch nach Spanien wollen?

Das hat zwei Gründe: zum einen war uns klar, dass wir nicht die gesamte Strecke an einem Stück durch fahren können/wollen, also wollten wir schon auf der Hinfahrt hier und da mal einen Tag Fahrpause einlegen und, wie oben schon erwähnt, schon mal für die Pyrenäen trainieren. Und zweites sagte Philipp: “Ich war noch nie im Schwarzwald, lass uns mal da hin fahren.“ (was übrigens schamlos gelogen war, wie er selbst feststellen musste, als wir hier ankamen)

Daher war unsere Zwischenetappe im Schwarzwald gesetzt.

Wie es uns dort ergangen ist, erfahrt ihr in der nächsten Runde.




Quellen:

[1] Geo-Naturpark, Die Herren von Dürn, Bauplan einer Staufischen Ritterburg, Höfischer Glanz; Infotafeln an der Burg Wildenburg

[2] Markt Kirchzell im Bayrischen Odenwald, Burgruine Wildenberg; https://www.kirchzell.de/freizeit-und-tourismus/sehenswertes/wildenburg/ Zugriff: 16.04.26 21:40 Uhr

[3] Stadt Mosbach, Stadtgeschichte; https://www.mosbach.de/stadt-und-verwaltung/stadtportraet/stadtgeschichte Zugriff: 18.04.26 11:23 Uhr


Kommentare


© PopcornPaws
bottom of page